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Forschung

Digitale Geomedien

Digitale Geomedien im Geographieunterricht

Digitale Geomedien und Geoinformation haben umfassend Einzug in unser Alltags- und häufig auch Berufsleben gehalten. Dieser rasant gewachsenen Relevanz von digitalen Geomedien und Geoinformation im schulischen und universitären Bereich gerecht zu werden, stellt für den Geographieunterricht, für die geographiedidaktische Ausbildung und die geographiedidaktische Lehr-Lern-Forschung eine große Herausforderung dar.
Vor diesem Hintergrund werden im konzeptionellen Bereich am Lehrstuhl für Didaktik der Geographie Unterrichtsmodule zum Lernen mit Geoinformation im Geographieunterricht entwickelt und erprobt. Im Bereich der Grundlagenforschung werden u.a. die Einsatzhäufigkeit von Geoinformation im Geographieunterricht sowie Potenziale und Hinderungsgründe für den Einsatz aus Lehrer_innenperspektive quantitativ erhoben und im Rahmen von Gruppendiskussionen mit schulischen Multiplikatoren im Sinne eines Forscher-Praktiker-Dialoges Implementierungsstrategien für das Lernen mit Geoinformation im Geographieunterricht entwickelt. Im Einzelnen wurden bzw. werden folgende Forschungsprojekte von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Lehrstuhls für Didaktik der Geographie durchgeführt:


Dokumentarische Evaluation von GIS-Lehrerfortbildungen | GIS-I 4

Dr. Steffen Höhnle
2014 – laufend

Kurzbeschreibung
Aufbauend auf den Forschungserkenntnissen zu Kriterien für GIS-Lehrerfortbildungen aus früheren Studien (vgl. abgeschlossene Projekte GIS-I 1 und GIS-I 2) und vor dem Hintergrund fachdidaktischer Theorien und empirischer Ergebnisse wurden GIS-Lehrerfortbildungen entworfen. Die Wirksamkeit dieses Konzepts wird dokumentarisch evaluiert und in eine Gesamtstrategie zur Implementierung von Geoinformation an deutschen Schulen integriert.

Förderung:
Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

 


Strategien zur nachhaltigen Implementierung von GI(S) im Geographieunterricht | GIS-I 3

Prof. Dr. Jan C. Schubert
Dr. Steffen Höhnle
Prof. Dr. Rainer Mehren (geb. Uphues) (Geographiedidaktik, Uni Gießen)
2013 – 2014

Kurzbeschreibung
Ausgehend von den Erkenntnissen zu Chancen und Barrieren der GIS-Nutzung (GIS-I 2) wurden in Gruppendiskussionen (N = 5) mit unterschiedlicher Zusammensetzung (Gruppe 1: Lehramtsstudierende, 2: Referendare, 3: GIS unerfahrene Lehrer, 4: GIS erfahrene Lehrer, 5: GIS-Fortbildner) von jeweils 4-6 Teilnehmern gebildet. Den Probanden wurden die zuvor in der Studie GIS-I 2 gewonnenen Ergebnisse bezüglich der Barrieren zur Erörterung vorgelegt. Im Zuge dieser Diskussion entwickelten die Gruppen aus ihrer jeweiligen Perspektive heraus Ideen, wie die hoch bewerteten Barrieren überwunden werden könnten. Im Sinne eines induktiv-deduktiven Zugangs wurden die Aussagen inhaltsanalytisch ausgewertet. Die Qualität wurde u.a. durch unabhängiges Codieren von zwei Codierern mit Berechnung der Intercoderreliabilitäten (83,3%) gesichert. Auf der Basis der entstandenen Ideencollage sowie unter Einbezug weiterer theoretischer sowie empirischer Erkenntnisse aus der Literatur wurde ein ganzheitliches Konzept zur GI(S)-Implementierung erarbeitet, welches acht Felder umfasst: universitäre Lehrerausbildung, Fortbildungsmaßnahmen, GI(S)-Netzwerke, Rahmenbedingungen an eigener Schule, Geodaten, GI(S)-Software, didaktische Rahmenbedingungen, GI(S)-Unterrichtsbei-spiele. Zu jedem dieser Bereiche wurden konkrete Kriterien für eine erfolgreiche GI(S)-Implementierung benannt und im Rahmen eines Forscher-Praktiker-Dialog in Einklang mit schulischen Anforderungen gebracht.

ausgewählte Publikationen

  • Fögele, J., Höhnle, S., Mehren, R., Schubert, J.C (2015): GIS Teacher Training: Empirically-Based Indicators of Effectiveness. In: Journal of Geography. DOI: 10.1080/00221341.2015.1016546 | peer-reviewed
  • Höhnle, S., Mehren, R., Schubert, J.C. (2014): Strategies for the Implementation of GIS in Germen Geography Lessons: Selected Findings of a Mixed-Method Research Approach. In: Research in Geographic Education, Volume 16, Number 1, pp. 5-22. | peer-reviewed
  • Höhnle, S., Mehren, R., Schubert, J.C. (2014): Criteria Regarding Software and Data for a Successful Implementation of GI(S) in the Geography Classroom. Selected Results from Group Discussions with Geography Teachers in Germany. In: Vogler, R., Car, A., Strobl, J. Griesebner, G. (Eds.): GI_Forum 2014: Geospatial Innovation for Society. Berlin, Offenbach, pp. 318-327. | peer-reviewed

Chancen und Barrieren des GI(S) Einsatzes im Geographieunterricht | GIS-I 2

Prof. Dr. Jan C. Schubert
Dr. Steffen Höhnle
Prof. Dr. Rainer Mehren (geb. Uphues) (Geographiedidaktik, Uni Gießen)
2012 – 2013

Kurzbeschreibung
Basierend auf den Erkenntnissen einer geringen Einsatzhäufigkeit von GI(S) im Geographieunterricht (Projekt GIS-I 1) wurden im Rahmen dieses Mixed Methods-Forschungsansatz die von Geographielehrer_innen (N = 410) wahrgenommenen Chancen und Barrieren des GI(S)-Einsatzes mithilfe eines itembasierten standardisierten Fragebogens erhoben und mit Verfahren der deskriptiven Statistik, Varianz- und Regressionsanalysen sowie Clusteranalysen ausgewertet. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Geographielehrer_innen zahlreiche Chancen mit dem GI(S)-Einsatz verbinden und diesem somit positiv gegenüber stehen. Demgegenüber stellten sich als zentrale Barrieren für den GI(S)-Einsatz die unzureichende didaktisch-methodische Qualifizierung der Geographielehrer_innen sowie die technische Komplexität der GI(S)-Anwendungen heraus, während z.B. die technische Ausstattung der Schulen weniger als Hürde wahrgenommen wurd. Als zentrale Prädiktoren für die Barrierenwahrnehmung zeigten sich regressionsanalytisch die private DesktopGIS-Nutzung und der Umfang der Teilnahme an GI(S)-Fortbildungsveranstaltungen. Im Rahmen einer Clusteranalyse ließen sich drei Lehrer_innentypen (GIS-Optimist, GIS-Skeptiker, GIS-Barrierist) identifizieren, die die Grundlage für Implementierungsmaßnahmen darstellen können.

ausgewählte Publikationen

  • Höhnle, S., Schubert, J.C., Uphues, R. (2012): Lernen mit Geoinformation(ssystemen) aus der Perspektive deutscher Geographielehrer. In: Geographie und ihre Didaktik | Journal of Geography Education. Heft 2, S. 49-68. | peer-reviewed
  • Höhnle, S., Schubert, J.C., Uphues, R. (2012): Which chances do teachers see in GI(S) usage in the classroom? Selected results from a survey of geography teachers in Germany. In: Jekel, T., Car, A., Strobl, J., Griesebner, G. (Eds.): GI_Forum 2012: Geovisualization, Society and Learning. Conference Proceedings. Berlin, Offenbach, pp. 283-291. | peer-reviewed
  • Höhnle, S., Schubert, J.C., Uphues, R. (2013): What are the constraints to GIS usage? Selected results of a teacher survey about constraints in the school context. In: International Research in Geographical and Environmental Education, Vol. 22, Issue 3, pp. 226-240. | peer-reviewed

Einsatzhäufigkeit von GI(S) im Geographieunterricht | GIS-I 1

Prof. Dr. Jan C. Schubert
Dr. Steffen Höhnle
Prof. Dr. Rainer Mehren (geb. Uphues) (Geographiedidaktik, Uni Gießen)
2009 – 2011

Kurzbeschreibung
Die zunehmende Anzahl an unterrichtspraktischen Publikationen zum GI(S)-Einsatz kann zwar als indirekter Hinweis für die wachsende Bedeutung von GIS im Geographieunterricht gewertet werden, jedoch lagen bislang keine empirischen Befunden zur tatsächlichen GI(S)-Nutzung vor. Daher wurde im Sinne einer Grundlagenstudie die Einsatzhäufigkeit von GI(S) im Geographieunterricht erhoben. Dazu wurden Geographielehrer_innen (N = 410) in Deutschland mithilfe eines standardisierten Fragebogens zur Häufigkeit des Einsatzes von Virtuellen Globen, WebGIS-Angeboten und DesktopGIS-Anwendungen befragt sowie potenzielle Einflussfaktoren erhoben. Im Rahmen der deskriptiven Auswertung zeigt sich im Einklang mit internationalen Studien eine geringe Einsatzhäufigkeit, insbesondere in Bezug auf DesktopGIS-Anwendungen. Varianzanalytische Verfahren verdeutlichen u. a., dass die Einsatzhäufigkeit bei denjenigen Geographielehrer_innen signifikant höher ist, die Fortbildungsmaßnahmen zu GI(S) absolviert haben. Als stärkster Einflussfaktor erweist sich im Rahmen einer multiplen Klassifikationsanalyse die private DesktopGIS-Nutzung der Lehrer_innen. Insgesamt geben die Ergebnisse im Hinblick auf die potenziellen Einflussfaktoren der GI(S) auf Seiten der Lehrer_innen erste Ansatzpunkte, um die Implementierung in Deutschland weiter voran zu treiben.

ausgewählte Publikationen

  • Höhnle, S., Schubert, J.C., Uphues, R. (2010): The frequency of GI(S) use in the geography classroom. Results of an empirical study in German secondary schools. In: Jekel, T., Koller, A., Donert, K., Vogler, R. (Eds.): Learning with Geoinformation V. Berlin, pp. 148-158. | peer-reviewed

Mit GI(S) unterrichten (lernen) – Entwicklung und Erprobung von GI(S)-gestützten Unterrichts-modulen.

Prof. Dr. Jan C. Schubert
Dipl.-Geoinf. Thomas Bartoschek (Geoinformatik, WWU Münster)
2008 – 2013

Kurzbeschreibung
Empirische Studien zeigen, dass die didaktisch-methodischen Potenziale des Lernens mit GI(S) im Geographieunterricht nur in relativ geringem Umfang genutzt werden. Vor diesem Hintergrund wurden im Rahmen des Projektes GI(S)-gestützte Unterrichtseinheiten für den Geographieunterricht entwickelt, erprobt und Geographielehrer_innen zugänglich gemacht. Daneben erfolgte im Bereich der universitären Lehrerbildung die Konzeption geographiedidaktischer Seminare zum GI(S)-Einsatz. In diesen können zukünftige Geographielehrer_innen neben der theoretischen Auseinandersetzung mit didaktischen und methodischen Aspekten des GI(S)-Einsatzes ihr Wissen zusätzlich in konkreten Handlungssituationen erproben, indem sie selbst entwickelte GI(S)-gestützte Unterrichtseinheiten im Geographieunterricht durchführen. Auf diese Weise erfolgt nicht nur eine Qualifizierung zukünftiger Geographielehrerinnen und -lehrer, sondern auch ein Innovationstransfer in den derzeit stattfindenden Geographieunterricht.

ausgewählte Veröffentlichungen

  • Bartoschek, T., Schubert, J.C. (2013, Hrsg.): Geoinformation im Geographieunterricht. Grundlagen, Potenziale, Unterrichtsideen. Münster.
  • Schubert, J.C. und T. Bartoschek (2010): Geoinformation im Geographieunterricht. Konzeption eines fachdidaktischen Seminares an der Universität Münster. In: Jekel, T., Koller, A., Donert, K. und R. Vogler (Hrsg.): Lernen mit Geoinformation V. Berlin, S. 128-138. | peer-reviewed

Kumulative und kompetenzorientierte Integration von GI(S) in den Geographieunterricht

Prof. Dr. Jan C. Schubert
Prof. Dr. Rainer Mehren (geb. Uphues) (Geographiedidaktik, Uni Gießen)
2007 – 2008

Kurzbeschreibung
Im Rahmen des Projektes wurde theoriegeleitet ein Kompetenzmodell zum Einsatz von GI(S) im Geographieunterricht entwickelt, welches Kompetenzdimensionen und -stufen umfasst. Darauf aufbauend wurden Empfehlungen für eine kumulativ und kompetenzorientiert ausgerichtete Implementierung von GI(S) in den Geographieunterricht entwickelt, indem das Kompetenzmodell in einen Entwurf eines schulinternen Curriculums zum GI(S)-Einsatz transformiert wurde.

ausgewählte Publikationen

  • Schubert, J.C., Uphues, R. (2008): Kumulatives Lernen mit Geoinformation – Überlegungen zu einem GI(S)-Kompetenzentwicklungsmodell. In: Jekel, T., Koller, A., Donert, K. (Hrsg.): Lernen mit Geoinformation III. Heidelberg, S. 49-59. | peer-reviewed
  • Schubert, J.C., Uphues, R. (2009): Learning with geoinformation in German schools: systematic integration with a GIS competency model. In: International Research in Geographical and Environmental Education. Vol. 18, No. 4, pp. 275-286. | peer-reviewed

Geomedien – Geodatenspuren – geographische Bildung. Locational privacy als Thema im Geographieunterricht

Dr. Romy Hofmann
Dr. Steffen Höhnle (FAU Erlangen-Nürnberg)
Kim Miener (WWU Münster)
2013 – laufend

Kurzbeschreibung
Jeder Akteur in modernen Gesellschaften produziert tagtäglich eine Menge an Daten, die scheinbar unsichtbar ermittelt werden: beim Geldabheben am Automaten, Telefonieren oder der Nutzung von Apps auf dem Smartphone. Sogenannte location based services (LBS) – standortbezogene Dienste – können aus erhobenen (Geo-)Daten mehr als nur individuelle Interessen erfassen, so wie dies bspw. im Internet bei der Bereitstellung individueller Werbeangebote passiert, sondern erlauben sie durch die Kombination von Daten wie online gestellten Fotos, konkreten Standortangaben oder Nachrichten einen Einblick in die raumzeitlichen Handlungsmuster von Personen. Ziel ist es deswegen, solche Fragen nach den Sicht- und Unsichtbarkeiten unseres Handelns auch im Geographieunterricht zu thematisieren. Hierzu bedarf es vor allem eines grundlegenden Wissens um die Weisen der Erhebung personenbezogener Daten, um zu einer Bewertung sowie Entscheidung über die (Nicht-)Nutzung von LBS zu gelangen.

ausgewählte Publikationen:

  • Höhnle, S.; Hofmann, R.; Miener K.P. (2013): „Ich weiß, wo du letzten Sommer gewesen bist.“ Locational Privacy – Ein Thema für den Geographieunterricht. In: Gryl, Inga; Nehrdich, Tobias & Robert Vogler (Hrsg): geo@web. Medium, Räumlichkeit und geographische Bildung. Wiesbaden: 177-200.
  • Hofmann, R.; Mehren, M.; Rainer U. (2013): Von Raumkonstruktionen und digitalen Geodatenspuren. In: Pirner, Manfred; Pfeiffer, Wolfgang & Rainer Uphues (Hrsg.): Medienbildung in schulischen Kontexten. München: 215-235.

 

 

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