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Forschung

Naturwissenschaftliche Grundbildung

Naturwissenschaftliches Arbeiten im Geographieunterricht

forschung-naturwissenschaftliches-arbeitenDer Geographieunterricht verbindet als Brückenfach natur- und gesellschaftswissenschaftliches Wissen. Im Bereich der naturwissenschaftlichen Bildung geht es entsprechend des von PISA aufgegriffenen Konzeptes der Scientific Literacy sowohl um ein Verständnis wichtiger Konzepte und Erklärungsmuster als auch um die Methoden der Wissensproduktion und deren Grenzen. Im Geographieunterricht nimmt daher neben dem naturwissenschaftlichen bzw. physiogeographischen Fachwissen die Methodenkompetenz im naturwissenschaftlichen Bereich eine wichtige Stellung ein.
Vor diesem Hintergrund stellt am Lehrstuhl für Didaktik der Geographie die theoriegeleitete Konzeption und die begleitende Evaluation von innovativen Lehr-Lern-Materialien in Form von Unterrichtsmodulen mit experimentellen Arbeitsweisen wie Untersuchungen, Messungen, Experimenten und Modellen einen Arbeits- und Forschungsschwerpunkt dar. Im Einzelnen wurden bzw. werden folgende Forschungsprojekte von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Lehrstuhls für Didaktik der Geographie durchgeführt:


Experimentelle Arbeitsweisen im Geographieunterricht – Konzeption und Evaluation von Unterrichtsmodulen, u.a. in Form von Geo-Kisten

Prof. Dr. Jan C. Schubert
2008 – laufend

Kurzbeschreibung
Zwar kommt aus theoretischer und normativer Perspektive dem naturwissenschaftlichen Arbeiten im Geographieunterricht ein wichtiger Stellenwert zu, jedoch scheint in der Unterrichtsrealität der Einsatz von entsprechenden Arbeitsweisen nur selten vorzukommen. Daher sollen Unterstützungsangebote für Geographielehrer_innen entwickelt werden, die den Einsatz von naturwissenschaftlichen Arbeitsweisen erleichtern. Die konzipierten Unterrichtsbeispiele unter Verwendung von naturwissenschaftlichen Arbeitsweisen reichen von Vorschlägen für einzelne Stunden über Unterrichtssequenzen bis hin zu geographischen Experimentierkisten. Solche ausleihbaren Geo-Kisten sollen alle für die Durchführung der Experimente, Modelle usw. notwendigen Materialien in Klassensatzstärke enthalten. Durch zusätzlich bereitgestellte Materialien (Arbeitsblätter für Schüler_innen, Hinweise für Lehrer_innen) sowie Erläuterungen zur Einbindung in den Unterricht (Hinweise zu Lehrplanbezügen, Materialien z.B. zum Einstieg und zu Transferphasen, Benennung der Lernziele usw.) soll der Vorbereitungsaufwand für Lehrer_innen so gering wie möglich gehalten werden und die Kisten unmittelbar einsetzbar sein. Die Arbeitsweisen sind im Klassenraum bzw. im Geographiefachraum einsetzbar, eine Nutzung naturwissenschaftlicher Fachräume ist nicht notwendig. Die zum Thema Landwirtschaft (Jahrgangsstufe 5) entwickelte erste Geo-Kiste wurde bereits mehrfach im unterrichtlichen Einsatz erprobt. Die Ergebnisse der begleitenden Evaluationen fanden Einfluss in die Überarbeitung der Geo-Kiste. Die Geo-Kiste wird in Kürze am Lehrstuhl für Didaktik der Geographie für Lehrpersonen ausleihbar sein.

ausgewählte Publikationen

  • Schubert, J.C. (2009): Fleischkonsum und Trinkwasserqualität. Schüler analysieren Wechselwirkungen im Mensch-Umwelt-System. In: Praxis Geographie 39, H. 10, S. 30-34.
  • Schubert, J.C. (2008): Binnendifferenzierung beim experimentellen Arbeiten. In: Praxis Geographie 38, H. 3, S. 22-25.
  • Schubert, J.C. (2016): Kognitiv aktivierend und eigenständig Experimentieren – Schüler erforschen das Wasserhaltevermögen von Böden. In: Geographie aktuell und Schule 38, H. 219, S. 24-34.

Experimente im Geographieunterricht im Spannungsfeld von didaktischen Potenzialen und Unterrichtsalltag. Eine empirische Studie zu Einsatzhäufigkeit, Potenzialen und Hindernissen für den Einsatz von Experimenten im GU aus der Sicht von Geographielehrern.

Prof. Dr. Jan C. Schubert
Dr. Steffen Höhnle
2015 – laufend

Kurzbeschreibung
Experimenten werden in vielerlei Hinsicht große didaktische Potenziale auch für den Geographieunterricht zugeschrieben; Studien zum Schülerinteresse zeigen die große Beliebtheit dieser Arbeitsweise bei Schülerinnen und Schülern – und zugleich deutet vieles darauf hin, dass der unterrichtliche Einsatz im GU nur äußert selten stattfindet. Dieser Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit, zwischen Schülerinteresse und Lehrerhandeln soll im Forschungsprojekt dahingehend nachgegangen werden, dass ausgehend von der Erhebung der Einsatzhäufigkeit von Experimenten die Potenziale, aber auch die von Lehrern wahrgenommenen Hinderungsgründe für einen unterrichtlichen Einsatz erhoben werden. Die Ergebnisse sollen neben einer Standortbestimmung des Stellenwertes von Experimenten im GU dazu dienen, sowohl grundsätzlich die in der geographiedidaktischen Literatur postulierten Ziele vor dem Hintergrund der Anforderungen des Unterrichtsalltages zu hinterfragen als auch mögliche Ansatzpunkte zur Stärkung des experimentellen Arbeitens aufzuzeigen.
 

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