Lernvoraussetzungen

Lernvoraussetzungen zu geographischen Inhalten, Konzepten und Methoden

lernvoraussetzungen-2Den Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler kommt in Lernprozessen eine entscheidende Bedeutung zu. Die Vorstellungen, Interessen, Einstellungen usw. der Schülerinnen und Schüler sollten bei der Gestaltung von Lernumgebung bzw. der konkreten Unterrichtsplanung berücksichtigt werden. Daher stellt die Erforschung der Lernvoraussetzungen eine zentrale Aufgabe der geographiedidaktischen Lehr-Lern-Forschung dar.
Am Lehrstuhl für Didaktik der Geographie werden mit qualitativen und quantitativen Methoden alltagsweltliche Vorstellungen, auf Geographieunterricht bezogene Interessen und Einstellungen von Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Schularten im Sinne von Grundlagenstudien erforscht. Diese Erkenntnisse bilden die Grundlage für die Entwicklung lernförderlicher Unterrichtsmaterialien und Lernumgebungen, deren Wirkungen bzw. Wirksamkeit in Evaluationsstudien untersucht werden.
Im Einzelnen wurden bzw. werden folgende Forschungsprojekte von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Lehrstuhls für Didaktik der Geographie durchgeführt:


Häufigkeiten von Schülervorstellungen zur Lage und Entstehung von Wüsten

(Projekt aus Eigenmitteln)

Projektleitung:
Projektstart: 04/01/14
Projektende: 03/31/16
URL: https://www.geodidaktik.phil.fau.de/forschung/

Abstract:

Anschließend an das Projekt „Schülervorstellungen zu Wüsten und Desertifikation“, in dem eine explorative Erhebung von Schülervorstellungen (N = 13) mithilfe qualitativer Interviews erfolgte, wurden im Rahmen dieses Projektes häufig anzutreffende Schülervorstellungen zum Themenfeld Lage und Entstehung von Wüsten identifiziert, denn die Kenntnis von prominent vorhandenen Vorstellungen stellt eine wichtige Grundlage für die Entwicklung von Unterrichtskonzeptionen und materialien dar. Zudem wurde die Bedeutung von möglichen Einflussfaktoren (z.B. Interesse, Geschlecht, Reiseerfahrung etc.) für die bei Schüler_innen vorhandenen Vorstellungen untersucht, weshalb entsprechende unabhängige Variablen in den Fragebogen integriert wurden. Daneben umfasste der Fragebogen als Kernstücke einen Abschnitt mit Fragen im offenen Antwortformat sowie einen korrespondierenden Abschnitt mit insgesamt 43 Statements, die auf einer likert-ähnlichen Skala der Bewertung (Übereinstimmung mit eigener Vorstellung) bedürfen. Durch den Vergleich der beiden Abschnitte werden auch Erkenntnisse über die Eignung von itembasierten Verfahren zur Erhebung von Schülervorstellungen erwartet. Nach Prüfung der testtheoretischen Brauchbarkeit wurde der Fragebogen in 25 Klassen an 10 Gymnasien in Nordrhein-Westfalen eingesetzt (N = 615). Die Auswertungen zeigen, dass sich die gleichen Vorstellungen wie in der qualitativen Interviewstudie identifizieren lassen, die Häufigkeiten der einzelnen Vorstellungsmuster jedoch stark unterschiedlich ausfallen.

Publikationen:


Einstellungen von Schülerinnen und Schülern zu den Raumkonzepten der Geographie

(Projekt aus Eigenmitteln)

Projektleitung:
Projektstart: 04/01/13
Projektende: 03/31/16
URL: https://www.geodidaktik.phil.fau.de/forschung/

Abstract:

Die Arbeit mit Raumkonzepten im Geographieunterricht ist seit Jahren Gegenstand fachdidaktischer Diskurse. Zugleich sind die Raumkonzepte in den Nationalen Bildungsstandards sowie einigen Lehrplänen verankert und entsprechende Unterrichtsmaterialien entwickelt worden. Jedoch fehlten bislang empirische Erkenntnisse sowohl zur Einsatzhäufigkeit der Raumkonzepte im Geographieunterricht als auch zur Schüler_innenperspektive auf die Raumkonzepte, die als ein wesentlicher Faktor für das Gelingen von Lernprozessen angesehen werden kann.
Vor diesem Hintergrund wurden im Rahmen eines dreiteiligen Forschungsprojektes mit Mixed Methods-Zugang die Einstellungen von Schüler_innen zu den Raumkonzepten erfasst. In Teilstudie I wurden zunächst in einem explorativ angelegten Vorgehen die aus Schüler_innensicht relevanten Einstellungsfacetten ermittelt. Dazu wurde eine mehrperspektivische Raumanalyse in Form einer vereinfachten Adaption eines Schulbuchkapitels durch vorher instruierte Lehrer_innen durchgeführt. Anschließend wurden die Einstellungen von Schüler_innen (N = 64) mithilfe eines Fragebogens mit offenen Antwortformaten erfasst. Die Auswertung erfolgte durch induktive Kategorienbildung. Die daraus resultierenden Erkenntnisse zu Einstellungsfacetten der Schüler_innen bilden damit eine elementare Grundlage zur Konzeption des Messinstrumentes der Teilstudie II.
In Teilstudie II wurden die Einstellungen von Schüler_innen der Klassen 9, 12-Grundkurs und 12-Leistungskurs an Gymnasien in Nordrhein-Westfalen erhoben (N = 684). Dazu kam nach einem 2-Phasen-Pretesting zur Prüfung der testtheoretischen Brauchbarkeit ein itembasierter, standardisierter Fragebogen mit insgesamt 74 Items sowie 9 unabhängigen Variablen zum Einsatz. Bei der Auswertung wurden neben Verfahren der deskriptiven Statistik Varianz- und Regressionsanalysen verwendet. Die Ergebnisse zeigen eine geringe Einsatzhäufigkeit der Arbeit mit Raumkonzepten im Geographieunterricht. Die Einstellungen der Schüler_innen sind in der Summe als positiv zu kennzeichnen, wobei die klassischen Raumkonzepte (Containerraum und Raum als System von Lagebeziehungen) positiver bewertet werden als die neuen (Subjektiver Wahrnehmungsraum und Raum als Konstruktion). Als relevante Prädiktoren für die Einstellungen zu den Raumkonzepten stellten sich regressionsanalytisch das Interesse am Fach Geographie allgemein, das Interesse an Raumkonzepte allgemein sowie die eigenaktive außerschulische Beschäftigung mit geographischen Themen heraus. Bezüglich erster Konsequenzen lässt sich u. a. konstatieren, dass eine verstärkte Implementierung der Arbeit mit den Raumkonzepten durch entsprechende Unterstützungsangebote für Lehrer_innen gewährleistet werden sollte. In unterrichtspraktischer Hinsicht scheint eine explizite Beschäftigung mit den Raumkonzepten auch auf metatheoretischer Ebene sinnvoll.
In Teilstudie III wurden leitfadengestützte Interviews mit Schüler_innen mit dem Ziel geführt, Gründe für die Einstellungen bzw. die Bewertung der einzelnen Raumkonzepte zu erfahren. Bei der Auswahl der Probanden wurde sichergestellt, dass diese im Geographieunterricht die Raumkonzepte kennengelernt hatten. Im Interview wurden ihnen Ergebnisse der Teilstudie II verbunden mit der Bitte vorgelegt, diese aus Ihrer Perspektive zu kommentieren. Derzeit erfolgen die Auswertungen, bei denen Verfahren der qualitativen Inhaltsanalyse zum Einsatz kommen.

Publikationen:


Schülervorstellungen zu geographischen Themen und Arbeitsweisen

(Projekt aus Eigenmitteln)

Projektleitung:
Projektstart: 04/01/10
Projektende: 04/01/13
URL: https://www.geodidaktik.phil.fau.de/forschung/

Abstract:

Angesichts des hohen Stellenwertes von Schülervorstellungen für Lernprozesse kommt der Kenntnis von typischen, bei Schüler_innen zu erwartenden Vorstellungen eine große Bedeutung zu. Zugleich liegen bislang nur zu wenigen geographischen Themenbereichen diesbezügliche Erkenntnisse vor. Daher werden im Sinne von Grundlagenstudien Schülervorstellungen zu unterschiedlichen Themen und Arbeitsweisen des Geographieunterrichts erforscht, um damit die entsprechende Unterrichtsplanung auf eine empirisch fundierte Basis stellen zu können. In diesem Kontext leisten intensiv betreute studentische Abschlussarbeiten einen wichtigen Beitrag.

Publikationen:


Schülervorstellungen zu Wüsten und Desertifikation. Eine empirische Untersuchung zu einem zentralen Thema des Geographieunterrichts

(Projekt aus Eigenmitteln)

Projektleitung:
Projektstart: 04/01/08
Projektende: 03/31/12
URL: https://www.geodidaktik.phil.fau.de/forschung/

Abstract:

Bei der Konstruktion von Wissen spielen Alltagsvorstellungen eine entscheidende Rolle. Bislang lagen jedoch kaum empirische Erkenntnisse zu den Alltagsvorstellungen von Schülerinnen und Schülern zu Wüsten und zur Desertifikation, einem der größten Umwelt- und Entwicklungsprobleme des 21. Jahrhunderts, vor. Vor diesem Hintergrund wurden in einer empirischen Grundlagenstudie vorunterrichtliche Vorstellungen von 13 Schülern der 7. Klasse zu unterschiedlichen Themenbereichen von Wüste sowie zu Ursachen, Folgen und Gegenmaßnahmen zur Desertifikation erhoben. Methodisch kamen dabei leitfadengestützte Interviews zum Einsatz, die Auswertung erfolgte mithilfe qualitativer, inhaltsanalytischer Verfahren. Die Ergebnisse zeigen auf Ebene der einzelnen Schüler detaillierte Vorstellungen, die hinsichtlich ihrer Nähe zu fachlichen Erklärungen differieren und je nach Themenbereich unterschiedlich komplex sind. Die durch vergleichende Verfahren herausgearbeiteten verallgemeinerten Vorstellungskategorien verdeutlichen, dass Wüste als trockene, heiße und leere Sandwüste angesehen wird. Dieses Wüstenbild wird von den Schülern als Ausgangspunkt für Erklärungen in nahezu allen thematischen Bereichen von Wüste herangezogen. Die zentrale didaktisch-methodische Herausforderung für den Geographieunterricht stellt daher die Dekonstruktion dieses stereotypen Wüstenbildes dar.

Publikationen:


Interesse von Schülerinnen und Schülern an einer geographisch ausgerichteten Erkundung einer Großstadt – Das Beispiel Berlin. Empirische Untersuchung in den Jahrgangsstufen 9 und 12

(Projekt aus Eigenmitteln)

Projektleitung:
Projektstart: 04/01/10
Projektende: 03/31/11
URL: https://www.geodidaktik.phil.fau.de/forschung/

Abstract:

Exkursionen sind bei Schüler_innen eine der beliebtesten Arbeitsweisen des Geographieunterrichts. Für Lehrer_innen sind die Anwendung von geographischen Arbeitsweisen und das selbsttätige Arbeiten der Schüler_innen bedeutende Gründe, Exkursionen durchzuführen. Bisher ist jedoch nur wenig über das Interesse von Schüler_inen an Arbeitsweisen, die auf geographischen Exkursionen Anwendung finden können, bekannt. Dabei führt die Berücksichtigung des Schülerinteresses im Unterricht zu größerem Lernerfolg und beeinflusst die Unterrichtsqualität positiv. Daher wurden in diesem Forschungsprojekt auf übergeordneter Ebene die Interessen von Schüler_innen an geographischen Arbeitsweisen auf Exkursionen erhoben. Zudem wurde mit konkretem Bezug für das sehr häufig frequentierte Exkursionsziel Berlin erforscht, welche Berliner Orte, Stadtteile sowie berlinbezogenen Themen im Interesse der Schüler_innen hoch angesiedelt sind und welche eher nicht. Den theoretischen Rahmen bildete die Pädagogische Interessentheorie, als Messinstrument diente ein standardisierter, itembasierter Fragebogen, der nach einem 2-Phasen-Pretesting an 15 Gymnasien (9. und 12. Jahrgangsstufe) und Hauptschulen (9. Jahrgangsstufe) in Nordrhein-Westfalen zum Einsatz kam (N = 610). Die Auswertung erfolgte mittels Verfahren der deskriptiven Statistik sowie varianzanalytischen Verfahren. Die Ergebnisse zeigen bezogen auf die Berliner Orte, dass Wahrzeichen der Stadt bzw. Landmarken oft sehr weit oben im Schüler_inneninteresse rangieren, wie z. B. das Brandenburger Tor. Bezüglich der Stadtteile ist das Interesse am Stadtteil Mitte mit seiner heterogenen Struktur, seiner Repräsentativität und politischen Steuerungs- und Freizeitfunktion etc. am stärksten ausgeprägt, mit etwas Abstand gefolgt vom Kreativ- und Migrationsquartier Kreuzberg. Hinsichtlich berlinbezogenen Themen lässt sich feststellen, dass das größte Interesse an Themen besteht, die die Geschichte Berlins betreffen, sowie an Themen, die sich auf den Lebensalltag, insbesondere den der Jugendlichen, beziehen. In Bezug auf Arbeitsweisen, die auf geographischen Exkursionen Anwendung finden können, lässt sich konstatieren, dass Schüler_innen das größte Interesse an Arbeitsweisen aufweisen, die mit Orientierung mit Hilfsmitteln im Realraum in Verbindung stehen.

Publikationen:


Einstellungen von Schülerinnen und Schülern der Grundschule zu geographischen Raumkonzepten

(Projekt aus Eigenmitteln)

Projektleitung: ,
Projektstart: 02/01/17
Projektende: 02/01/20

Abstract:

Die Raumkonzepte stellen ein Basiskonzept der Geographie dar. Dieses wird bereits im Heimat- und Sachunterricht der Grundschule grundgelegt. Die Ergebnisse einer Befragung von Schülerinnen und Schülern der 9. und 12. Jahrgangsstufe ergaben eine weniger positive Bewertung der "neuen" im Vergleich zu den "traditionellen" Raumkonzepte. In diesem Projekt soll daher der Frage nachgegangen werden, ob diese Einstellung sich bereits bei Schülerinnen und Schülern im Grundschulalter zeigt. Die Studie ist zunächst als querschnittliche Erhebung in den Jahrgangsstufen 3, 4 und 5 strukturiert, eine längsschnittliche Befragung der Schülerinnen und Schüler der 3. Jahrgangsstufe ist geplant.


Motivationale Schülermerkmale im naturwissenschaftlichen Geographieunterricht

(Projekt aus Eigenmitteln)

Projektleitung:
Projektbeteiligte:
Projektstart: 10/01/16
Projektende: 10/01/19

Abstract:

Im Rahmen des Forschungsprojektes arbeiten Schülerinnen und Schüler mit einer geographischen Experimentierkiste (GeoKiste) zum Thema Landwirtschaft/Boden. Der Fokus der Begleitforschung in einem Prä-Post-Test-Design liegt auf motivationalen und selbstbezogenen Schülermerkmalen (als Zielkriterien des Unterrichts) sowie auf der von den Schülerinnen und Schülern wahrgenommenen Verständnisorientierung (als Prozessmerkmale des Unterrichts).


Students’ Decision-Making about a Wind Energy Socio-Scientific Issue

(Projekt aus Eigenmitteln)

Projektleitung:
Projektbeteiligte:
Projektstart: 01/01/16
Projektende: 01/01/19

Abstract:

Little is known about how middle school students problematize socio-scientific issues (SSIs),
particularly contemporary energy challenges. To address this need, we developed and
implemented an instructional module focused on a local wind energy issue and conducted
research to explore how students frame, reason, and make decisions about the issue using
Construal Level Theory (CLT). Results from analysis of student artifacts (n = 116) and student
interviews (n = 16) suggest concrete thinkers have negative perceptions, whereas abstract
thinkers have positive perceptions. This study’s findings have important implications for the
design of SSI-based science curriculum and instruction.


Glokalisierte Lebenswelten: Rekonstruktion von Modi des ethischen Urteilens im Geographieunterricht

(Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)

Projektstart: 01/01/15
Projektende: 01/01/18
Mittelgeber: DFG-Einzelförderung / Sachbeihilfe (EIN-SBH)

Abstract:

Glokalisierte Lebenswelten des 21. Jahrhunderts sind gerade in ethischen Bereichen von heterogenen Deutungsangeboten geprägt, die für Entscheidungsprozesse keine einfachen Urteilsformen mehr bereithalten. In Geographiedidaktikdiskursen wird daher gerade beim Thema Globalisierung von einer Verunsicherung und von unterkomplexen Modi ethischen Urteilens ausgegangen. Die Zielsetzung des Projekts besteht einerseits darin, die Bedingungen der Eigenkomplexitätssteigerung auf Seiten der Schüler in Bezug auf ethisches Urteilen anhand der empirischen Rekonstruktion einer geographiedidaktischen Unterrichtseinheit zum glokalisierten Sachlagen zu konkretisieren, um auf diese Weise andererseits im abduktiven Sinne didaktisch-methodische Anhaltspunkte zur Anbahnung komplexer Modi ethischen Urteilens im Geographieunterricht zu identifizieren. Hierzu wurde eine geographische Unterrichtseinheit auf der Basis theoretischer wie empirischer Erkenntnisse entwickelt, die komplexe Modi des Urteilens von Schülern anbahnen soll, indem sie ethische Fragestellungen gezielt verhandelt. Diese wird auf der Grundlage eines methodentriangulierten Forschungsdesigns mit Videografie und Gruppendiskussionen mithilfe der dokumentarischen Methode rekonstruiert.


Interesse von Schülerinnen und Schülern an einer geographisch ausgerichteten Erkundung einer Großstadt – Das Beispiel Berlin. Empirische Untersuchung in den Jahrgangsstufen 9 und 12

(Projekt aus Eigenmitteln)

Projektleitung:
Projektstart: 04/01/10
Projektende: 03/31/11
URL: https://www.geodidaktik.phil.fau.de/forschung/

Abstract:

Exkursionen sind bei Schüler_innen eine der beliebtesten Arbeitsweisen des Geographieunterrichts. Für Lehrer_innen sind die Anwendung von geographischen Arbeitsweisen und das selbsttätige Arbeiten der Schüler_innen bedeutende Gründe, Exkursionen durchzuführen. Bisher ist jedoch nur wenig über das Interesse von Schüler_inen an Arbeitsweisen, die auf geographischen Exkursionen Anwendung finden können, bekannt. Dabei führt die Berücksichtigung des Schülerinteresses im Unterricht zu größerem Lernerfolg und beeinflusst die Unterrichtsqualität positiv. Daher wurden in diesem Forschungsprojekt auf übergeordneter Ebene die Interessen von Schüler_innen an geographischen Arbeitsweisen auf Exkursionen erhoben. Zudem wurde mit konkretem Bezug für das sehr häufig frequentierte Exkursionsziel Berlin erforscht, welche Berliner Orte, Stadtteile sowie berlinbezogenen Themen im Interesse der Schüler_innen hoch angesiedelt sind und welche eher nicht. Den theoretischen Rahmen bildete die Pädagogische Interessentheorie, als Messinstrument diente ein standardisierter, itembasierter Fragebogen, der nach einem 2-Phasen-Pretesting an 15 Gymnasien (9. und 12. Jahrgangsstufe) und Hauptschulen (9. Jahrgangsstufe) in Nordrhein-Westfalen zum Einsatz kam (N = 610). Die Auswertung erfolgte mittels Verfahren der deskriptiven Statistik sowie varianzanalytischen Verfahren. Die Ergebnisse zeigen bezogen auf die Berliner Orte, dass Wahrzeichen der Stadt bzw. Landmarken oft sehr weit oben im Schüler_inneninteresse rangieren, wie z. B. das Brandenburger Tor. Bezüglich der Stadtteile ist das Interesse am Stadtteil Mitte mit seiner heterogenen Struktur, seiner Repräsentativität und politischen Steuerungs- und Freizeitfunktion etc. am stärksten ausgeprägt, mit etwas Abstand gefolgt vom Kreativ- und Migrationsquartier Kreuzberg. Hinsichtlich berlinbezogenen Themen lässt sich feststellen, dass das größte Interesse an Themen besteht, die die Geschichte Berlins betreffen, sowie an Themen, die sich auf den Lebensalltag, insbesondere den der Jugendlichen, beziehen. In Bezug auf Arbeitsweisen, die auf geographischen Exkursionen Anwendung finden können, lässt sich konstatieren, dass Schüler_innen das größte Interesse an Arbeitsweisen aufweisen, die mit Orientierung mit Hilfsmitteln im Realraum in Verbindung stehen.

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