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Workshop auf der Ideenbörse für Lehrkräfte des Instituts für Geographie

Das Institut für Geographie veranstaltete am 25.10.2019 die jährlich mit Unterstützung der mittelfränkischen Fachgruppe Geographie im Bayerischen Philologenverband organisierte Fortbildung „Ideenbörse“ für Geographie-Lehrkräfte an Realschulen und Gymnasien. In Workshops wurden sowohl praxisnahe methodisch-didaktische als auch fachinhaltliche gesellschaftsrelevante Themen vorgestellt und Möglichkeiten ihrer Integration in die schulische Praxis aufgezeigt.
Der Lehrstuhl für Didaktik der Geographie beteiligte sich mit einem Workshop zur kritischen Arbeit mit Karten und Daten im Geographieunterricht.

Öffentliche Sicherheit und Kriminalität in städtischen Räumen sind seit jeher intensiv diskutierte Themen in öffentlichen Diskursen. Kriminalitätskarten zeigen uns vermeintlich Gebiete mit Kriminalitätsproblemen. In jüngerer Zeit haben Anwendungen an Beliebtheit gewonnen, die diese Karten auch digital auf Mobilgeräte bringen. Betrachtet man diese Smartphone Apps zu Kriminalitätskarten jedoch näher, dann werden sie aus verschiedenen Gründen schnell fragwürdig – eine Tatsache, die das Thema des dem Workshop zugrundeliegenden Unterrichtsansatzes ist.

Kriminalitätskarten im Geographieunterricht kritisch zu untersuchen und zu hinterfragen erscheint aus verschiedenen Gründen lohnend: Sie haben direkten Bezug zu aktuellen Diskursen über Gewalt und „gefährliche“ Räume. Sie sind überall in den Medien präsent und bieten viele Potentiale, nicht nur kartographische Gestaltung und Umsetzung zu hinterfragen, sondern auch die Daten und Statistiken, die der Kartenproduktion zugrunde liegen.

Übergeordnetes Ziel des vorgestellten Unterrichtsansatzes war es, die Schülerinnen und Schüler für einen kritischen Umgang mit Karten ebenso zu sensibilisieren wie für einen kritischen Blick auf statistische Daten – ein Ansatz, der an die Arbeiten von Harley zur Dekonstruktion von Karten anknüpft.

Im Workshop wurde zunächst auf einige theoretische Grundlagen und Hintergründe eingegangen, ehe Smartphone-Apps zu Kriminalitätskarten vorgestellt wurden. Deren Einsatz im Geographieunterricht wurde anschließend an einem ausgearbeiteten Unterrichtsbeispiel verdeutlicht und Bezüge zu den Bildungsstandards Geographie hergestellt.